Private Altersvorsorge – Rentenversicherungen

Viele Anleger hierzulande legen eher konservativ an. Das äußert sich nicht nur im klassischen Anlageverhalten, sondern auch in der Altersvorsorge. Nach dem Motto „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“, nutzen viele eher eine festverzinslich angelegte Rentenversicherung als beispielsweise einen Fondssparplan in einen Aktienfonds. Grundsätzlich muss sich jeder Betroffene selbst entscheiden, welchen Weg bzw. welche Wege er für die finanzielle Vorsorge fürs Alter nutzen möchte. Allerdings ist es häufig ratsam, mehrere Produkte mit ihren Vor- und Nachteilen zu nutzen. Als soliden Baustein macht eine klassische Rentenversicherung durchaus Sinn.

Wie ihre Bezeichnung bereits vermuten lässt, sichert die Rentenversicherung die Zahlung einer späteren monatlichen Rente zu. Dabei wird in jedem Vertrag ein Zielzeitpunkt festgelegt, ab dem der Vertragsinhaber seine monatliche Rente erhält. Diese wird grundsätzlich bis ans Lebensende der betreffenden Person gezahlt. Alternativ kann zu diesem Zeitpunkt allerdings auch eine so genannte Kapitalabfindung gewählt werden. In diesem Fall wird das komplette Guthaben inklusive Ertrag ausgezahlt, die monatliche Rente hingegen entfällt. Einige Unternehmen bieten auch „Mischungen“ beider Möglichkeiten an.

Bis zum Erreichen des Zielzeitpunktes leistet der Vertragsinhaber einen Beitrag – meist monatlich. Je nachdem, wie viel eingezahlt wird, ergeben sich später unterschiedlich hohe Werte, die sowohl Kapitalabfindung als auch monatliche Rente beeinflussen. Rentenversicherungen sind in ihrer Beitragszahlung nicht ganz so flexibel wie es beispielsweise Riesterverträge sind. Eine Erhöhung bzw. Absenkung des Beitrages und auch Sonderzahlungen und Stilllegungen sind im Regelfall nicht ohne Weiteres möglich. Man sollte also einen Beitrag wählen, den man voraussichtlich auch dauerhaft leisten kann.

Auch steuerlichen betrachtet macht die Nutzung einer privaten Rentenversicherung durchaus Sinn. Denn wenn ein solcher Vertrag nicht vor dem 60. Lebensjahr ausgezahlt wird und bis dahin mindestens 12 Jahre lief, dann muss lediglich die Hälfte der Erträge versteuert werden. Zwar gilt keine komplette Steuerfreiheit mehr, wie es bei bis Ende 2004 abgeschlossenen Rentenversicherungen war bzw. immer noch ist. Dennoch bedeutet eine hälftige Besteuerung einen deutlichen Vorteil gegenüber zum Beispiel klassischen langfristigen Sparverträgen, die ebenfalls nicht selten zur Altersvorsorge genutzt werden.